Howard Carpendale über den Tod: "Er gehört für mich zum Leben dazu"
Der Schlagerstar hat nicht nur mit seinen Hits wie „Hello again“ oder „Du bist doch noch hier“ Musikgeschichte geschrieben, sondern auch tief bewegende Themen in seinen Liedern aufgegriffen. In einem aktuellen Interview spricht der 78-jährige Sänger offen über seine Einstellung zum Tod und die Schicksalsschläge, die sein Leben geprägt haben.
Der in Durban geborene Carpendale blickt auf eine glückliche Kindheit in Südafrika zurück, wenngleich seine Jugend auch von der Apartheid überschattet wurde, wie er in einem Interview mit der Bild am Sonntag verrät. Doch es waren vor allem die dramatischen Verluste in seiner Familie, die ihn tief geprägt haben: „Meine ganze Familie lebt nicht mehr“, erzählt er. Sein Vater starb bereits mit 59 Jahren, seine ältere Schwester Anne litt an Diabetes und wurde nur 45 Jahre alt. Besonders tragisch endete das Leben seiner Schwester Jean, die bei einem Autounfall ums Leben kam.
Diese Verluste haben Carpendales Beziehung zum Tod maßgeblich beeinflusst. „Der Tod gehört für mich zum Leben dazu“, erklärt er. In vielen seiner Lieder verarbeitet er das Thema des Abschiednehmens, was sich in den melancholischen Texten und Klängen widerspiegelt.
In seiner Ehe mit Donnice, mit der er seit 1983 zusammen und seit 2018 verheiratet ist, findet Carpendale den nötigen Rückhalt. Streit ist in ihrer Beziehung selten, denn Harmonie ist für den Schlagerstar essenziell: „Ich benötige Harmonie um mich herum.“ Diese innere Ruhe und Ausgeglichenheit sind für ihn ein wesentlicher Bestandteil seines Lebens, vor allem nach den vielen familiären Verlusten, die er bereits erlitten hat.
Obwohl Howard Carpendale das Thema Tod offen anspricht, bleibt ein Bereich tabu: Mit seiner Frau Donnice könne er über dieses schwierige Thema nicht reden, da sie den Gedanken nicht ertragen könne, ohne ihn weiterleben zu müssen. Doch Angst vor dem Tod hat der Sänger nicht. „Ich habe keine Angst vorm Sterben“, sagt er. Vielmehr sorge er sich um seine Frau und wie sie mit seinem Verlust umgehen würde.
Doch auch hier bleibt Carpendale optimistisch. Er vertraut darauf, dass seine beiden Söhne und sein Enkelsohn für Donnice da sein werden: „Wir stehen uns alle sehr nah.“ Diese familiäre Nähe gibt ihm die Zuversicht, dass seine Frau nach seinem Tod gut versorgt wäre.
Howard Carpendale hat über die Jahre eine „gesunde Einstellung“ zum Sterben entwickelt. Seine Musik, durchzogen von Themen des Abschieds und der Melancholie, dient nicht nur seinen Fans als Trost, sondern auch ihm selbst als Ausdruck seiner Auseinandersetzung mit den unvermeidlichen Aspekten des Lebens.
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