Die Debatte hört einfach nicht auf: Helene Fischer gerät wegen Kinderlied in Kritik

Der Diskurs über vermeintlich problematische Inhalte in Kultur und Musik scheint kein Ende zu finden. Nach der "Mohrenkopf"-Debatte und der Kritik an traditionellen Kostümen und die vor kurzem geführte Debatte über das Wort,,Oberindianer'' aus Udo Lindenbergs Titel,,Sonderzug nach Pankow'' gerät nun sogar Schlagerstar Helene Fischer ins Fadenkreuz. Der Grund? Ein Kinderlied auf ihrem neuen Album, das bei einigen auf Kritik stößt.

München – Helene Fischer hat jüngst ihr Album "Die schönsten Kinderlieder" veröffentlicht – eine Herzensangelegenheit für die Sängerin, die selbst Mutter ist und weiß, wie wichtig Musik in der kindlichen Entwicklung sein kann. Klassiker wie „Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann“, „Alle meine Entchen“ oder „Aramsamsam“ finden sich auf dieser Sammlung, die sich vornehmlich an Eltern und Kinder richtet.

Doch ausgerechnet eines dieser Kinderlieder sorgt nun für Diskussionen: „Aramsamsam“ wird als problematisch betrachtet. Der Titel, der als spaßiger Mitmachsong für Kinder bekannt ist, steht im Mittelpunkt einer Debatte über mögliche kulturelle Fehlinterpretationen.

Der Song „Aramsamsam“ wird mittlerweile von einigen als problematisch wahrgenommen. Laut Dr. Nepomuk Riva, Musikethnologe an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, enthält das Lied „Pseudo-Arabisch“, was oft zusammen mit Gesten, die an die muslimische Gebetshaltung erinnern, nachgeahmt wird. Diese Darstellung kann von manchen als abwertend interpretiert werden.

Das ZDF äußert sich auf dem von ZDFkultur betreuten Instagram-Kanal „aroundtheworld“ ebenfalls kritisch: Das Kinderlied könne „als Verballhornung der arabischen Sprachen gedeutet“ werden, während die „gebetsähnliche Verbeugung“ im Zusammenhang mit dem Lied möglicherweise als „Ablehnung des Islam“ interpretiert werden könnte. Diese Sichtweise hat die einst unschuldige Kinderaktivität in eine ernste und hitzige Diskussion verwandelt.

Die Diskussion um „Aramsamsam“ ist kein Einzelfall. Auch andere bekannte Kinderlieder wie „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“, „C-a-f-f-e-e“ oder „Hab‘ ne Tante aus Marokko“ stehen seit einiger Zeit in der Kritik, weil ihnen vorgeworfen wird, rassistische oder stereotype Inhalte zu vermitteln. Diese Klassiker der Kindermusik, die früher unbekümmert gesungen wurden, geraten zunehmend unter das Brennglas der kulturellen Debatte.

Dr. Riva erklärt, dass das Kinderlied „Aramsamsam“ ursprünglich aus dem marokkanischen Dialekt Darija stammt. Paradoxerweise handelt es sich hierbei tatsächlich um ein authentisches Lied aus dem arabischen Kulturraum, das international populär wurde. Doch statt die kulturelle Verbindung zu feiern, wird der Song von Kritikern als problematisch dargestellt. Riva verweist darauf, dass Kinder, deren Wurzeln in diesen Regionen liegen, mitunter aufgrund dieses Liedes gehänselt werden könnten, weshalb das Feedback der betroffenen Gemeinschaften ernstgenommen werden müsse.

Kritik an der Verbannung von Kinderliedern: Schluss mit dem Unsinn!

Diese ganze Debatte zeigt erneut, dass die Diskussion um kulturelle Sensibilität oftmals in extreme Richtungen abdriftet. Natürlich ist es wichtig, niemanden zu verletzen, aber die Forderungen, Lieder wie „Aramsamsam“ zu verbannen, sind doch der reinste Blödsinn. Solche traditionellen Kinderlieder, die Kinder seit Generationen begeistert haben, sollten nicht verboten werden. Sie sind ein Teil unserer gemeinsamen Kulturgeschichte und dürfen nicht aus falsch verstandener politischer Korrektheit verloren gehen.

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