ARD-Chef Florian Hager verteidigt Silbereisen-Shows: „Nicht mein Musikgeschmack – aber wichtig für viele“
Trotz persönlicher Vorbehalte stellt sich ARD-Vorsitzender Florian Hager hinter die beliebten Schlagerformate von Florian Silbereisen. In einem Interview verteidigt er die Shows und betont ihren gesellschaftlichen Wert.
Florian Silbereisen ist seit über zwei Jahrzehnten fester Bestandteil der ARD-Primetime – mit Shows wie „Schlagerbooom“ oder „Schlagerchampions“. Trotz leicht rückläufiger Quoten gehören seine Sendungen nach wie vor zu den erfolgreichsten Formaten im deutschen Fernsehen.
Doch immer wieder gibt es Kritik an der Schlagerausrichtung der ARD. Einige Zuschauer fordern mehr kulturelle Vielfalt oder sehen den öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag durch große Unterhaltungsshows gefährdet. Jetzt äußerte sich ARD-Chef Florian Hager (47) erstmals selbst dazu.
Im Rahmen eines Zuschauerdialogs räumte Hager ein: „Das ist auch nicht unbedingt mein Musikgeschmack.“ Doch er verteidigte die Entscheidung, Schlagerformate im Programm zu behalten – mit einem klaren Hinweis auf die Einschaltquoten und Relevanz für ein breites Publikum: „Sehr, sehr viele Menschen schalten ein – für die sind diese Sendungen wichtig.“
Für Hager ist klar: Auch Unterhaltung gehört zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Formate mit großer Reichweite könnten sogar dazu beitragen, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
Dennoch räumt Hager ein, dass Teile der Bevölkerung sich nicht ausreichend repräsentiert fühlen – insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund oder aus politisch konservativeren Milieus. Das sei „beunruhigend“, so Hager, und kündigte an, künftig verstärkt auf unterschiedliche Lebensrealitäten und Perspektiven in der ARD-Programmgestaltung zu achten.
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Florian Silbereisen

