Wir gedenken einer Dame, die zweifelsohne als Legende und Inbegriff der deutschen volkstümlichen Musik gilt und heute ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte.

Maria Hellwig erblickte am 22. Februar 1920 in Reit im Winkl als Tochter des Elektrikers Heinrich Neumeier und seiner Frau das Licht der Welt.

Ihr Weg wurde bereits im zarten Alter von fünf Jahren geebnet, als sie zum ersten Mal auf der Bühne des Bauerntheaters ihres Heimatortes stand, wo sie gemeinsam mit ihren Eltern spielte.

Obwohl es Maria Hellwig auch nach ihrer Schulzeit immer wieder zur Bühne hinzog, absolvierte sie zunächst in Rosenheim eine Lehre als Verkäuferin. In der oberbayrischen Stadt nahm sie auch ihre ersten Gesangstunden.

Wie das Leben so spielt, lernte sie 1938 auf der Bühne Sepp Fischer kennen, den sie 1940 heiratete und mit dem sie am 5. Juli 1941 Tochter Margot bekam.

Dank des berühmten Kammersängers Martin Kremer, von dem sie 1943 entdeckt wurde, wurde sie für ein Stipendium an der Akademie für Tonkunst in München vorgeschlagen, das sie auch erhielt.

Aufgrund des zweiten Weltkriegs, bei dem sowohl ihr Bruder, als auch ihr Ehemann fielen, musste sie ihre Gesangsausbildung unterbrechen.

Maria Hellwig war jedoch eine Frau, die stets ihren Weg ging. Sie gründete nicht nur mit ihrem zweiten Ehemann, den sie 1948 heiratete, eine Wanderbühne, mit der sie durch die Lande zog, sondern sie erlernte auch das Jodeln, nachdem ihr der Jodlerkönig Franzl Lang, der von ihrer schönen Stimme angetan war, den berühmten Jodelschlag zeigte.

1957 nahm sie ihren ersten Schallplattentitel auf und bereits ein Jahr später durfte sie auf große Russland-Tour gehen. Margot Hellwig hat das musikalische Talent ihrer Mutter geerbt, so dass sie fünf Jahre später mit ihr den ersten gemeinsamen Titel aufnahm.

Es folgten zahlreiche Moderationstätigkeiten und Tourneen, die die Bayerin rund um den Globus führten.

Obwohl sie im Laufe ihrer Karriere viele Auszeichnungen und Preise erhielt, wurde ihr eine besondere Freude im Sommer 1993 bereitet, als Maria Hellwig für ihren Einsatz um ihre Heimat der „Goldene Ehrenring der Gemeinde Reit im Winkl“ überreicht wurde. Zum 80., 85. und 87. Geburtstag erhielt sie zudem Glückwunschschreiben des Papstes inklusive des besonderen apostolischen Segens.

Maria Hellwig war auch in Florian Silbereisens erster Samstagabendshow am 7. Februar 2004 zu Gast und hat bereits an ihn geglaubt, als fast niemand an ihn geglaubt hat und sie hat ihn auf seinem Weg stets unterstützt.

So äußerte sich der Bayer 2011 wie folgt über sie: „Maria war für mich wie eine zweite Omi oder Mami. Sie hat mich immer gefördert. Sie war die professionellste Künstlerin, die ich jemals kennenlernen durfte. Wenn der Bus um zehn Uhr abfuhr, war sie immer 20 Minuten vorher da. Sie kam nie zu spät, es gab nie ein böses Wort.“ Allerdings: Wenn die Kollegen und er es auf einer Tour mal nicht so genau mit der Disziplin genommen hätten, „hat uns Maria auch schon mal richtig zur Brust genommen“.

2008 ging sie, nachdem sie sich von einem Sturz aus dem Vorjahr erholen konnte, letztmals mit ihrer Tochter Margot und dem „Frühlingsfest der Volksmusik“ auf große Tour.

Maria Hellwig wurde sowohl 2009 („Herbert-Roth-Traditionspreis“), als auch 2010 („Krone der Volksmusik“) für ihr Lebenswerk geehrt. Zudem erhielt der Weg an ihrem Haus den Namen „Maria Hellwig Weg".

Am 26. November 2010 um 22:50 Uhr hat die beliebte Künstlerin für immer ihre Augen geschlossen. Familie, Verwandte, Freunde, Fans und zahlreiche Weggefährten erwiesen ihr am 1. Dezember 2010 in der Pfarrkirche Reit im Winkl die letzte Ehre und nahmen Abschied.

Florian Silbereisen, der eine „besondere Verbindung“ zu Maria Hellwig hatte, gedachte ihr beim „Adventsfest der 100.000 Lichter“, als er unter Tränen für sie das Lied „Es gibt ein Wiedersehen“ sang.

Maria Hellwig hat zweifelsohne Fernsehgeschichte geschrieben, denn sie war die erste Frau, die damals eine große Fernsehshow präsentieren durfte. Aber sie war für die Menschen, die sie persönlich kennenlernen durften bzw. die sie kannten, so viel mehr als nur eine Künstlerin.

Dies machen auch die Worte von Florian Silbereisen deutlich, die er am 27. November 2010 vor dem Abschiedslied in Gedenken an sie fand: „(...) Maria war für mich immer ein Vorbild; sowohl menschlich, als auch privat.“

Auch wenn Maria Hellwig leider nicht mehr unter uns ist, lebt sie doch in ihrer Musik, in den Erinnerungen und in den Herzen derer, die sie kannten, weiter.

Dadurch wird sie für viele unvergessen bleiben, denn wenn die Sonne des Lebens untergeht, dann leuchten die Sterne der Erinnerung.

Wir schicken Maria Hellwig zu ihrem heutigen 100. Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche in den Himmel.

Quellen: www.hellwig-musik.de, www.noz.de

Foto: www.hellwig-musik.de