Wir haben vor kurzem ein Telefon-Interview mit Schlager- und Countrysängerin Stefanie Hertel geführt. Seit fast 15 Jahren engagiert sie sich als Botschafterin im Tierschutz. Wobei der Auslöser, vor einigen Jahren, bei einem Besuch im Tierheim lag. Der Präsident des Tierschutzbundes hat sie, als er sah, dass Stefanie super tierlieb ist, danach gefragt. Mangels Zeit konnte sie auch erstmal nur wenig dort tun und ihr war es auch noch nicht so wirklich klar, was es bedeutet, aber über die Jahre intensivierte es sich. Stefanie kam, vor mindestens 10 Jahren, dann auch in die Jury, in der man „Den Tierschützer des Jahres“ wählte. Dabei hat sie auch gemerkt, wie viele Menschen sich für den Tierschutz aufopfern und wie emotional manche dabei sind. Auf jeden Fall macht es ihr bis heute auch großen Spaß sich dort zu engagieren.

Vor einigen Jahren hat sie auch in Griechenland ein Tierschutz Projekt gestartet. Darauf gekommen ist Stefanie dank ihrer Managerin Astrid Bakalakos. Mit ihr ist sie dort auch hingeflogen, um sich von allem selbst zu überzeugen. Auf diese Weise konnte schon vielen Tieren dort geholfen werden. Da es ihnen, man mag es sich nicht vorstellen, dort nochmal schlechter geht.

Seit ihrem 17 Lebensjahr, vor 24 Jahren, ist Stefanie Vegetarierin. Bis auf ganz wenige Ausnahmen - beispielsweise zweimal im Jahr eine Weißwurst, weil es in Bayern, wo sie mit Lanny und Johanna lebt, Tradition ist - verzichtet sie vollständig auf Fleisch. Auch möchte sie nicht dafür verantwortlich sein, dass Tiere für das Essen der Menschen gequält werden.

Auch hat sie ihren eigene Verein „Stefanie Hertel hilft e.V.“ zusammen mit Klaus Robel, gegründet. Sie findet er ist ein empathischer Mensch und genau das benötigt man in dieser „Branche“. Wobei diese Idee nicht nur für den Tierschutz entstand. Überall wo Hilfe gebraucht wird, ist die Intension zu helfen.

Mit Astrid Bakalakos fliegt Stefanie jedes oder jedes zweite Jahr nach Uganda, um ganz intensiv bei einem weiteren ihrer Projekte dabei zu sein. Dank ihrer Hilfe wurde schon eine Krankenstation und ein Brunnen gebaut. Es bedarf keinen hohen Verwaltungsaufwand, die Menschen können sich sehr sicher sein, dass ihr Geld dort ankommt, wo es benötigt wird - direkt bei Mensch und Tier.

Im Bezug auf individuelle Tierrechte ist, lt. Stefanie, noch ziemlich viel Luft nach oben. Es gibt so viele schreckliche und furchtbare Missstände. Als Außenstehender und sich nicht direkt mit dem Thema befassend, mag man manchmal gar nicht glauben, was in Deutschland alles erlaubt ist. Tiere werden bis auf‘s brutalste gequält, usw. Es wäre schön, würde Jeder nach seinem gesunden Menschenverstand handeln, da man nicht immer alles in Gesetze verankern kann. Stefanie hält dazu an, mal darüber nachzudenken, was man vielleicht nicht tun sollte. Man muss nicht zwangsläufig auf Fleisch verzichten, sich einfach genauer bewusst zu werden, woher das Essen kommt und, ob das Tier glücklich gelebt hat. Sie weiß auch, dass es in der Natur des Menschen liegt, Fleisch zu verzehren. Dennoch, wie schon ein paar Mal erwähnt, ist es auch wichtig Tiere, die für unser Fleisch verantwortlich sind, und im Allgemeinen nicht zu quälen. Einfach den Fleischkonsum so gering wie möglich halten. Das natürliche Vorkommen der Tiere sollte ausreichen, um den Fleischbedarf des Menschen zu decken. Weil es aber so noch nicht möglich ist, muss man es anderes kompensieren.

Aus den miserablen Tierhaltungsumstände wird kein Geheimnis gemacht und man sieht beispielsweise, wenn man auf den Straßen Deutschlands unterwegs ist, dass Tiere auf engstem Raum in LKWs für unsere Lebensmittel schrecklich herum gekarrt werden. Zu dem haben wir eine zu hohe Fleischproduktion, da es noch kein Gleichgewicht gibt, haben sich einige Menschen dazu entschieden komplett darauf zu verzichten. Auch ein wichtiger Punkt, ist der Umweltschaden durch Importe. Die Lebensmittel- und Wasserverschwendung ist hierbei auch ein großes Thema, weshalb sie dann Vegetarier sagen „Ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, dass wegen mir ein Tier gequält wird oder die Umwelt leidet.“ Dazu gibt es die sogenannten „Flexitarier“, die ab und zu Fleisch essen und dann nur Produkte, wo sie wissen, den Tieren ging es gut und sie mussten nicht leiden. Auf die Frage, dass manche Menschen behaupten ihr Essen sei Privatsache antwortet Stefanie, dass man dann ja alles über einen Kamm scheren kann, dass alles Privatsache ist. Beispielsweise wie Eltern ihrer Kinder erziehen, auch wenn sie das auf brutalste Weise tun. Der Mensch hat auch ein Stückweit Verantwortung gegenüber allem, insbesondere der Essensherstellung, aufzubringen - über den Warenkorb und Tellerrand hinaus. Was nicht bedeutet, dass sündigen verboten ist. Mal was Billiges, Chips oder ein Stück Fleisch sind auch erlaubt. Grundsätzlich gilt, bewusster Umgang mit dem, was man zu sich nimmt und wissen, dass es den Tieren gut ging. Das Gleiche gilt im Textilbereich. Es will ja auch keiner Kleidung kaufen, die von kleinen indischen Kinderhänden genäht wurde. Natürlich schön billig, aber dafür ist Ausbeutung der Näher leider ganz groß an der Tagesordnung. Dazu kommt, dass der Stoff vielleicht nicht mal gesund für uns ist.

Ziemlich großer Themensprung zur Musik. Eigentlich hätte „More than words“, die Band von Stefanie, Lanny und Johanna, im Sommer eine neue Albumveröffentlichung gefeiert. Aufgrund der aktuell schwierigen Situation kommt alles ein Bisschen anders. Sie hätten eigentlich viele Konzerte gespielt, da wäre das Album gerade recht gekommen. Nun ist alles auf unbestimmte Zeit etwas nach hinten verschoben. Eine Open Air Tour mit Bonnie Tyler und den Gypsiekings war geplant, die dadurch natürlich auch verschoben wurde. Ein kleiner Lichtblick für die Fans, es wird ein paar neue Singles geben, da Lanny extrem fleißig war und viele Songs geschrieben hat. 1-3 davon sind sogar fast fertig produziert. Am 08. Mai brachten sie das Musikvideo zu „Heaven is a place like this“ raus. Dieser Song stammt vom letzten und ersten „More than words“-Album und wurde für das Video als Radiosingle neu aufgenommen. Mit dem Lied waren sie auch zu Gast in der „Frühlingserwachen“ Show vom MDR. Der Sound von Countrymusik ist voll das Ding von Stefanie und ihrer Familie. Neben dem Schlager gefällt sie ihnen richtig gut. Die Vielfältigkeit ist einzigartig. Vor ungefähr vier Jahren gab es das Projekt „Männerversteher“ zusammen mit Anita & Alexandra Hofmann. Geplant ist diesbezüglich kein ähnliches gemeinsames Projekt, aber Stefanie würde sich sehr auf eine erneute Zusammenarbeit mit den Hofmann Sisters freuen. Jeder Arbeit zurzeit an seiner eigenen neuen Musik und mal sehen, was in Sachen Hertel & Hofmann noch alles passiert. Gespannt bleiben lohnt sich und um es mit Stefanies Worten auszudrücken „Schau ma mal“. Mit „Über jedes Bacherl geht a Brückerl“ identifiziert man Stefanie Hertel seit Jahren. Immer wieder hat sie dieses Lied neu interpretiert, damit es zu ihrem aktuellen „Ich“ passte und auch zeitgemäß erschien. Dadurch, dass es „ihr“ Lied ist, wird es auch oft bei Gig‘s, die sie spielt, verlangt. So entstand als neueste Version etwas aus dem Rock & Pop Bereich, auch perfekt passend zu ihrer Dirndlrockband.

Fotos: ©️ Stefanie Hertel