Ute Freudenberg kritisiert Schlagerbranche: „Platz 1 nützt dir nichts, wenn dich keiner kennt“
Die Schlagersängerin spricht im Podcast „Muckefuck & Fernsehfunk“ offen über ihre Karriere, ihre Parkinson-Erkrankung und die Schattenseiten des modernen Musikgeschäfts. Ihre Kritik an der heutigen Schlagerbranche fällt deutlich aus.
Im Gespräch mit dem Podcast „Muckefuck & Fernsehfunk“, der sich der DDR-Unterhaltung widmet, blickt die 69-jährige Sängerin zurück auf über 50 Jahre Musikgeschichte. Neben persönlichen Anekdoten spricht Ute Freudenberg über die emotionale Kraft ihrer Lieder – und warum Authentizität für sie das Fundament jeder künstlerischen Arbeit ist. „Das Wichtigste ist, dass du als Künstler tust, was du selbst liebst. Nur so kannst du Menschen berühren.“
Besonders scharf äußert sich die Sängerin zur heutigen Mechanik der Schlagercharts und der Musikvermarktung: „Da wird Geld reingebuttert und gemacht und getan. Menschen sitzen stundenlang vorm Computer, wählen und wählen, nur damit du auf Platz eins landest.“
Doch diese künstlich erzeugten Chart-Erfolge seien oft wertlos, so Freudenberg weiter: „Dieser Platz eins nützt dir nichts, wenn die Leute dich nicht finden.“ Damit kritisiert sie das fehlende echte Interesse des Publikums und den zunehmenden Verlust an künstlerischer Substanz in der Branche.
Im Jahr 2023 spielte Ute Freudenberg ihre große Abschiedstournee „Stark wie nie – 50 Jahre live“. Mit 15 Soloalben, zahlreichen Preisen wie der „Goldenen Henne“ und dem Bundesverdienstkreuz am Bande gehört sie zu den bedeutendsten Stimmen im deutschen Schlager.
Trotz ihrer Parkinson-Erkrankung, die sie 2022 in der MDR-Talkshow Riverboat öffentlich machte, blickt sie dankbar auf ihr Lebenswerk zurück. Besonders stolz sei sie auf die vielen Rückmeldungen ihrer Fans, etwa: „Du hast mir aus der Seele gesungen.“
Ein Herzenswunsch ging für sie kürzlich mit einer Reise nach Südafrika in Erfüllung – ein Zeichen dafür, dass sie ihren Ruhestand trotz gesundheitlicher Herausforderungen aktiv und bewusst lebt.
Auch wenn Ute Freudenberg die große Bühne hinter sich gelassen hat, ist ihre Meinung gefragt – und ihre Worte haben Gewicht. Mit ihrer Kritik an der heutigen Schlagerbranche spricht sie vielen Künstlern und Fans aus der Seele. Statt Charts um jeden Preis fordert sie wieder mehr Echtheit, Vielfalt und Leidenschaft in der Musik.
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