Howard Carpendale bricht das Schweigen: Erstmals spricht er über sexuellen Missbrauch in seiner Kindheit
In seiner neuen Autobiografie „Unerwartet“, die am 26. November erschien, berichtet der Sänger zum ersten Mal über sexuellen Missbrauch, den er als Kind erleben musste. Nach Jahrzehnten des Schweigens teilt er nun seine traumatische Erfahrung – und setzt damit ein starkes Zeichen gegen Tabuisierung und Wegsehen.
Seit über 60 Jahren steht Howard Carpendale für romantische Schlager, große Emotionen und musikalische Beständigkeit. Was jedoch niemand wusste: Hinter dem öffentlichen Erfolg verbirgt sich eine schwere Kindheitserinnerung. Als Zehnjähriger wurde Carpendale in seiner Heimat Südafrika von einem Bekannten seines Vaters – einem Matrosen namens Archie – sexuell bedrängt.
In einem Vorabbericht der Bild-Zeitung wird deutlich, wie tief die Wunden sind, die dieses Erlebnis hinterlassen hat. Der Täter näherte sich ihm auf dem Heimweg vom Kino an – mit eindeutigen Berührungen und übergriffigem Verhalten. Carpendale beschreibt diesen Moment heute mit klarem Blick und schonungsloser Offenheit.
Was den Sänger besonders verletzt: Die Reaktion seiner Eltern – oder vielmehr deren Ausbleiben. Nachdem er ihnen schließlich von den Übergriffen berichtete, wurde das Thema totgeschwiegen. Damals war Sexualität ein Tabu, ebenso wie Themen wie Homosexualität oder Missbrauch. „Wie konntet ihr DAS zulassen?“ – Diese Frage stellt sich Carpendale noch heute. Dennoch versucht er, Verständnis aufzubringen und betont, dass er seinen Eltern nicht die Schuld gibt.
Heute, im Alter von 77 Jahren, blickt der Sänger mit dem Wissen eines Vaters und Großvaters auf die Geschehnisse zurück. Und er macht unmissverständlich klar: „Ich hätte mein Kind niemals allein mit einem Fremden mitgehen lassen.“
Seine Worte sind ein Appell an alle Eltern, hinzuschauen, zu vertrauen – aber niemals blind zu sein. Carpendales Entscheidung, seine Geschichte öffentlich zu machen, ist ein mutiger Schritt in Richtung Aufklärung und Prävention.
Howard Carpendale zeigt: Es ist nie zu spät, das Schweigen zu brechen. Mit seiner Autobiografie gibt er vielen Betroffenen eine Stimme – gerade in einer Branche, die häufig auf Harmonie und heile Welt setzt. Er ruft zu mehr Sensibilität im Umgang mit Kindern und ihren Schutzbedürfnissen auf.
©Michael de Boer
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